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Redeangst – wenn Vorträge zur Qual werden

Die Präsentation der neuen Marketingkampagne gegenüber dem gesamten Kollegium steht kurz bevor. Eigentlich ist alles bestens vorbereitet, dennoch machen wir uns Gedanken darum, was alles schief gehen könnte und fürchten uns regelrecht vor dem Tag X. Wenn dieser dann gekommen ist, geht es auch schon los: Die Handinnenflächen schwitzen, der Puls rast und Angst steigt in uns auf. Das bekannte Lampenfieber oder die Redeangst haben schon so manche komplett lahmgelegt. Bis zu einem gewissen Punkt ist die Angst vor Publikum zu sprechen auch normal. Problematisch wird es, wenn die Panik vor dem Präsentieren extreme Ausmaße annimmt. Doch was steckt eigentlich dahinter? Wie Sie Ihre Angst hinter sich lassen und warum ein gewisses Maß an Lampenfieber dazugehört, erfahren Sie jetzt:

Lampenfieber – nicht immer schlecht!

Ein bisschen Lampenfieber bevor man auf die Bühne geht, ist ganz normal und kann sogar von Nutzen sein: Es mag komisch klingen, aber etwas Aufregung und Anspannung kann Ihre Präsentation positiv unterstützen. Das liegt am ausgeschütteten Adrenalin, was unsere Leistungsfähigkeit steigert. Durch das Hormon werden wir aufmerksamer und konzentrierter. Zudem steigt die Energieversorgung des menschlichen Körpers dadurch an. Ein bisschen Nervosität vor dem großen Auftritt ist also völlig normal und sogar hilfreich.

Ursachen von Redeangst

Anders sieht es mit der wirklichen Redeangst, der sogenannten Logophobie, aus. Hier verfällt der Betroffene tatsächlich in Panik, was soweit gehen kann, dass das Halten einer Rede, und sei es nur im kleinen Kreis vor der Familie, unmöglich wird. Doch welche Ursachen stecken hinter einer solchen lähmenden Logophobie? Die Redeangst gehört zu den sozialen Phobien. Dahinter verbirgt sich letztendlich die Angst vor gesellschaftlicher Ablehnung. Dennoch lassen sich die Ängste, die speziell mit dem Halten von Präsentationen vor Gruppen verbunden sind, in verschiedene Kategorien einteilen:

Versagensangst

Hier fürchten die Vortragenden, dass die Rede vom Publikum abgelehnt wird. Sie machen sich aus diesem Grund ständig Gedanken, wie und ob der Vortrag ankommt und werden dadurch panisch.

Angst vor dem Auslachen

Diese Angst ist ebenfalls typisch für die Logophobie. Dabei geht es darum, dass die Vortragenden sich vor einer Blamage fürchten. Ausgelacht zu werden ist hier das zentrale Angstgefühl.

Angst vor der Aufmerksamkeit

Auch die Furcht davor, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen, gehört hierzu. Dabei steht der Vortrag in diesem Fall nicht im Zentrum der Angst, sondern es geht allein darum, dass alle Augen auf den Vortragenden gerichtet sind.

Logophobie überwinden – aber wie?

Natürlich kann Redeangst nicht von heute auf morgen aufgelöst werden. Es braucht Zeit, da bestehende Ängste meist tief in uns verwurzelt sind und eventuell auch noch durch negative Situationen in der Vergangenheit bestärkt wurden. Sich Ängsten zu stellen, ist nie leicht, aber es zahlt sich aus langfristig gegen die Angst anzuarbeiten. Um Logophobie hinter sich zu lassen, können folgende Tipps und Tricks helfen:
Denken Sie daran, dass Sie nicht allein sind. Ganze 40 Prozent der Menschheit fürchten sich ebenfalls davor vor anderen zu sprechen. Es werden also einige Zuschauer aus Ihrem Publikum in dieser Hinsicht mitfühlend sein. Das liegt daran, dass sie genau nachvollziehen können, wie viel Stress und Druck das Redehalten bei Ihnen auslösen muss.

Testen Sie Entspannungsübungen aus. Diese können Ihnen dabei helfen in solchen Stresssituationen die Anspannung abzubauen und ruhiger zu werden. Atemübungen sind hier beispielsweise eine gute Möglichkeit, um auch kurzfristig vor dem Auftritt eine Wirkung zu erzielen, wie z.B. das Stern-Atmen: Beim Einatmen zählen Sie bis vier. Dann halten Sie die Luft an und zählen währenddessen bis sechs. Zum Ausatmen nehmen Sie sich die meiste Zeit: Zählen Sie hierbei bis acht. Diesen Rhythmus setzen Sie weiter fort, bis Sie eine merkliche Entspannung wahrnehmen.

Vorbereitung ist alles. Gerade dann, wenn Sie unter Redeangst leiden, sollten Sie sich sehr gut auf Ihre Präsentation vorbereiten. Etwas mehr Sicherheit bietet Ihnen hier die Arbeit mit Stichpunkten auf Präsentationskarten: Sollte Ihnen doch mal etwas entfallen, so helfen Ihnen Ihre Karten zurück in das Vortragsthema. Häufig werden diese dann zwar gar nicht gebraucht, aber das Gefühl, dass man zur Not noch darauf nachschauen kann, nimmt merklich den Druck raus.

Verschließen Sie sich nicht vor Ihrer Angst. Stellen Sie sich einmal folgende Fragen: Was sind die Ursachen, warum Sie Angst haben vor einer Gruppe zu sprechen? Hatten Sie vielleicht einmal ein schlimmes Erlebnis, was eventuell Auslöser Ihrer Logophobie ist? Was wäre ein reales Worst Case Szenario, was sich während Ihrer nächsten Rede ergeben könnte? Eventuell kann es passieren, dass die Zuschauer Ihre Präsentation ablehnen, aber ist das wirklich ein Anlass, um in Panik auszubrechen?

Teilen Sie mit Ihrem Publikum, dass Sie nervös sind. Das nimmt den Druck weg und lässt die Anspannung abfallen, sodass Sie ruhiger werden und dadurch Ihren Vortrag stressfreier halten können. Das Publikum wird Ihnen das nicht übelnehmen, denn es sitzen garantiert einige Zuschauer vor Ihnen, denen es in solchen Situationen ähnlich gehen würde.

Ihre Körperhaltung hat Einfluss darauf, wie Sie sich fühlen und wie Sie vom Publikum wahrgenommen werden: Stellen Sie sich aufrecht hin und halten Sie Blickkontakt mit Ihren Zuschauern. Konzentrieren Sie sich dabei am besten auf eine Person, die für Sie eine sympathische Ausstrahlung hat. Dadurch werden Sie nicht nur selbstsicherer aussehen, sondern es tatsächlich sein.

Beziehen Sie nicht alles auf Ihre Person und Ihren Vortrag. Menschen, die unter Logophobie leiden, neigen dazu alles, was im Raum passiert, darauf zurückzuführen. Ein Gähnen wird daher gleich als Ablehnung des Vortrags und ein leises Gespräch zwischen zwei Zuschauern direkt als Kritik gegenüber dem Vortrag und der eigenen Person verbucht. Versuchen Sie solche Kleinigkeiten nicht direkt negativ zu sehen. Häufig hat das nämlich gar nichts mit Ihrer Person oder Ihrer Präsentation zu tun.

Unser Fazit: Redeangst ist ein weit verbreitetes Phänomen. Lassen Sie sich davon nicht unterkriegen und gehen Sie Ihren Weg. Setzen Sie sich intensiv mit Ihren Ängsten und deren Ursachen auseinander und versuchen Sie mittels Entspannungsübungen Ihre Nervosität runterzufahren. Das Wichtigste: Lassen Sie sich von Rückschlägen in Punkto Panikattacken nicht unterkriegen. Bleiben Sie dran und arbeiten Sie weiter an sich. Es wird sich auszahlen!

Ihre Elena

 

https://karrierebibel.de/redeangst-ueberwinden/

Bildquelle: https://www.shutterstock.com/de 


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Über den Author
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Elena Ostkamp
Hey, ich bin Elena! Seit 2015 beschäftige ich mich mit allem, was Kommunikation und Medien angeht: Angefangen hat es mit einem Praktikum in Südafrika bei einem Hörfunksender. Das zeigte mir, dass Medien für mich der richtige Weg sind. Mein anschließendes Bachelorstudium „Medienkommunikation & Journalismus“ habe ich mit Praktika im Journalismus ...
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