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Interaktive Whiteboards für Unternehmen und Bildungsinstitute

Interaktive Whitesboards sind eins der großen Schlagwörter der letzten Jahre:

Raus aus der Kreidezeit, hin zur Nutzung der modernen Technologien! Doch sind solche "Smartboards" wirklich die große Lösung? In diesem Beitrag zeigen wir euch, ob sich der Kauf eines interaktiven Whiteboards lohnt, für welche Einsatzzwecke es sich anbietet und worauf ihr beim Umgang achten solltet.

Was sind interaktive Whiteboards und Displays bzw. Smartboards?

Interaktive Whiteboards, sprich Smartboards, unterscheiden sich vom "normalen" Whiteboard darin, dass sie zwar in der Regel aus einer weißen Fläche bestehen, sich darauf aber nur rein virtuell schreiben lässt. Verbunden mit einem Projektor (z.B. einem klassischen Beamer) und einem Computer (extern oder auch intern) wird ein digitales Bild auf die Fläche geworfen. Mithilfe von verschiedenen Sensor-Techniken ist das Board dann in der Lage, sowohl Handbewegungen als auch Stiftbewegungen auf dem Board genau zu erkennen und diese dann digital in entsprechende Aktionen umzusetzen.

Eine der wichtigsten und offensichtlichsten ist dabei das "Schreiben" auf dem Board. Mittlerweile ist die Sensortechnik und auch die Rechenleistung von Computern so gut geworden, dass man fast in Echtzeit auf dem Board schreiben kann.

Prinzipiell bieten interaktive Whiteboards auch die Möglichkeit, analog darauf mit Whiteboard-Stiften zu schreiben. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, damit man nicht aus Versehen einen Permanent-Marker verwendet. Zudem hinterlassen auch lösliche Stifte auf Dauer Spuren auf dem Whiteboard, sodass die digitale Benutzung darunter nach und nach leiden kann.

Hingegen sind interaktive Displays, also Smartdisplays, genau das: Bildschirme, die beliebige Inhalte darstellen können. Ähnlich zu dem eigenen Smartphone, auf dem man auch mit der Hand oder Stiften zeichnen, schreiben und Gesten ausführen kann, kann solch ein Display sehr vielfältig eingesetzt werden. Meistens werden solche Displays allerdings als All-In-One-Lösung angeboten, d.h. die komplette Technik steckt im Board und erfordert keinen damit verbundenen PC. Dies hat Vor- und Nachteile, auf die wir später zu sprechen kommen.

Kreidetafel und klassische Whiteboards im Kontrast

Wer kennt sie nicht aus der Schule: Die klassische Kreidetafel oder später auch das klassische Whiteboard. Oft ein Fluch und Segen zugleich.

Während sich beide Formate in allen Lichtverhältnissen gut nutzen lassen und die "Bedienung" kinderleicht ist, sind sie in ihrer Funktionalität und Geschwindigkeit sehr eingeschränkt. Es gibt keine Möglichkeit, Tafelbilder nachhaltig zu sichern und die Erstellung komplexerer Inhalte ist sehr zeitaufwendig. Zudem gibt es oft nicht genügend Platz, um alles Wichtige festzuhalten und nachträgliche Korrekturen sind fast nicht möglich.

Verglichen mit Smartboards und interaktiven Displays, deren Anschaffungspreis recht hoch ist, sind vor allem klassische Whiteboards eine sehr kostengünstige Alternative und können nachträglich noch zu Smartboards umgerüstet werden.

Einsatzzwecke für Unternehmen und Bildungsinstitute

Tatsächlich gibt es einige Unterschiede zwischen Unternehmen aus der Wirtschaft und Bildungsinstituten, wenn es um die Nutzung und die Anschaffung von Smartboards geht.

Unternehmen:

Eingesetzt werden können hier Smartboards z.B. in Konferenz- und Präsentationsräumen oder in Team-Meeting-Räumen. Bei Ersteren kommt es vor allem darauf an, wie oft diese genutzt werden. Je seltener solch ein Raum genutzt wird, desto mehr schlagen die hohen Anschaffungskosten zu Buche. Zudem kommt es natürlich auch auf die Größe des Raumes an, denn auf einem kleinen Smartboard in einem sehr großen Raum lassen sich Inhalte und vor allem Texte nicht mehr so gut erkennen.

Smartboards in Team-Meeting-Räumen können sinnvoll sein, jedoch können dadurch, sofern viele solcher Räume im Unternehmen zur Verfügung stehen, auch hohe Kosten entstehen. Ein Schlüsselfaktor an dieser Stelle kann sein: Räume, die regelmäßig und von vielen Personen gleichzeitig genutzt werden, profitieren am meisten von Smartboards.

Bildungsinstitute:

Insbesondere in Bildungsinstituten gibt es auch die Einsatzzwecke wie in Unternehmen. Doch das Hauptaugenmerkt liegt hier vielmehr auf dem Einsatz in den Unterrichtsräumen. Dadurch steht in der Regel ein deutlich erhöhter Bedarf an, was die Menge an Smartboards betrifft. Denkbar ist, wie es in vielen Schulen üblich ist, nur bestimmte Räume wie z.B. die für die Oberstufe mit der kostspieligen Technik auszustatten und mit der Zeit weitere Räume nachzurüsten.

Vorteile von interaktiven Whiteboards und Displays

Wie man bereits auf Cornelsen.de 2018 lesen konnte, gibt es im Schulbereich viele Vorteile von Smartboards und Smartdisplays. Diese lassen sich — mit kleinen Einschränkungen — auch auf den Einsatz in Unternehmen übertragen:

  1. Zeitersparnis

Inhalte und Materialien lassen sich jederzeit abspeichern und wieder aufrufen. Das umfasst natürlich auch vorbereite Präsentationen und Tafelbilder. Somit ist die Wiederverwendbarkeit sichergestellt und spart viel Zeit, gerade bei sich wiederholenden Inhalten und Veranstaltungen.

  1. Unbegrenzter Platz

Dies ist in zweifacher Art gemeint. Zunächst bietet ein Smartboard oder -display beliebig viel Platz für die Inhalte, da sich alles verschieben, verkleinern, vergrößern oder für später abspeichern lässt. Damit entfällt das anspruchsvolle "Board-Management". Nun müsste man nicht mehr darauf achten, wie groß man beginnt, denn es gibt keine natürlichen Begrenzungen mehr.

Des Weiteren lassen sich Materialien und Inhalte platzsparend auf einem Datenträger abspeichern. Das entlastet auch den hauseigenen Kopierer/Drucker, spart somit Papierkosten, verringert den Bedarf an Ordnern und entlastet auch die Umwelt. Insbesondere in der heutigen Zeit, in der viele TeilnehmerInnen von zu Hause aus zu einer Konferenz dazu schalten, ist es sehr vorteilhaft, alle Inhalte direkt auch digital weiterleiten zu können.

  1. Verbesserte Visualisierung

Das Potenzial, welches sich hier versteckt, wird bisher noch gar nicht richtig ausgenutzt. Oft wird noch die klassische "Whiteboard-Logik" verwendet und eins zu eins auf die digitale Version übertragen. Doch das interaktive Medium bietet so viel mehr Möglichkeiten.

    • Animationen und Video-Integration
    • Vielschichtigere graphische Gestaltung (inkl. des Hintergrundes)
    • Verlinkungen zur Navigation zwischen verschiedenen Inhalten
    • Splitscreen
    • Echtzeiteinbindung von TeilnehmerInnen
    • Werkzeuge wie Zirkel, Lineal, Koordinatensystem, Formen etc.
       
  1. Schnelle und leichte Aktualisierbarkeit

Sowohl zeitgemäße Anpassungen des Materials als auch die Einbindung aktueller Informationen z.B. über das Internet sind ohne Probleme und schnell umzusetzen. Feedback-Ergebnisse von Besprechungen lassen sich wieder aufrufen, durch neue Eindrücke und Ideen ergänzen und als neues Ergebnis abspeichern.

Zusätzlich gilt die Aktualisierbarkeit natürlich auch für die Software-Seite. Gibt es neue Funktionen für das Smartboard, lassen sich diese ganz einfach per Software-Update integrieren und stehen dann sofort zur Verfügung.

  1. Rundum-Medienintegration

Klassische Medien wie Overhead-Projektor, CD-Spieler, Fernseher, Tafel oder Plakat können vollständig von Smartboards abgedeckt werden. Die kreative Kombination der verschiedenen Nutzungs-Modi macht ein Smartboard damit zu einem wahren Alleskönner.

Nachteile von interaktiven Whiteboards und Displays

Die Vorteile klingen zunächst fast zu gut um wahr zu sein. Doch diese werden etwas "abgedämpft" von den möglichen Nachteilen, die sich vor allem für Bildungsinstitute ergeben und die auf unterrichten.digital.de fachgerecht dargestellt werden:

  • Die hohen Anschaffungskosten von Smartboards, die sich oft im höheren vierstelligen Bereich bewegen, wobei interaktive Displays noch einmal teurer sind als Smartboards mit separatem Projektor.
     
  • Gerade wenn der Bedarf über einige wenige Geräte hinweg geht, dann kann das schnell das Budget von Bildungsinstituten übersteigen. Aber auch Wirtschaftsunternehmen müssen sich überlegen, ob sie solch hohe Ausgaben tätigen wollen. Denn wenn dadurch nur wenig Mehrwert geschaffen wird, könnte man auch weiterhin klassische Medien verwenden.
     
  • Ein neues Software- und Hardware-System, welches eine längere Einarbeitung benötigt.
     
  • An eine kinderleichte Bedienung wie bei der klassischen Tafel ist hier nicht zu denken. Dies führt vor allem zu Problemen und Fehlern in der Handhabung und kann dann wieder wertvolle Zeit kosten. Vor allem für Bildungsinstitute bedeutet dies, alle Lehrkräfte in der Bedienung einarbeiten zu müssen und selbst dann ist nicht unbedingt gewährleistet, dass jede Lehrkraft souverän mit dem neuen System umgehen kann. Zwar gibt es die Möglichkeit, den eigenen Laptop anzuschließen und damit zumindest digitale Inhalte präsentieren zu können, aber die haptische Interaktion mit dem Board geht dadurch verständlicherweise verloren.
     
  • Vor allem in größeren Räumen wird, um eine gute Sichtbarkeit auch in den letzten Sitzreihen zu gewährleisten, eine Displayfläche von 80 Zoll oder mehr benötigt, was wiederum die Anschaffungskosten deutlich in die Höhe treibt. In Konferenzräume hingegen können auch kleinere Versionen gute Ergebnisse liefern.
     
  • Interaktive Whiteboards und vor allem All-In-One-Displays verursachen laufende Kosten für z.B. Wartung, Reparatur, Verschleiß, Spezialstifte oder Software-Updates. Diese müssen unbedingt mit in die Kaufkalkulation einbezogen werden.
     
  • Höhere Unzuverlässigkeit im Vergleich zu klassischen Medien. Denn je komplexer ein System ist, desto eher können technische Probleme oder gar komplette Ausfälle eintreten. Und diese lassen sich oft nicht mehr selbständig beheben, sondern erfordern einen externen Service-Anbieter. Hier kommt es darauf an, wie schnell und zuverlässig solch ein Service arbeitet. Wenn man mehrere Tage oder sogar nur mehrere Stunden warten muss, bis das Smartboard wieder einsetzbar ist, kann dies verheerende Folgen und Ausfälle für Unterricht, Konferenzen etc. nach sich ziehen.

Der richtige Umgang mit Smartboard und Smartdisplays

Mach dich mit dem Board im Vorfeld soweit vertraut, dass Du damit souverän umgehen kannst. Dies beinhaltet u.a. auch das Wissen über den Umgang mit gängigen Problemen und Fehlermeldungen. Einen Alternativplan zu haben, falls das Board ausfällt, ist zudem sehr ratsam.

Ohne zu weit auf den Aspekt einzugehen, was eine gute Präsentation ausmacht, sei an dieser Stelle gesagt:

Übertreibe es nicht mit der medialen Überflutung, sondern versuche, den Fokus der Teilnehmenden gezielt zu lenken und zu halten. Da ein Smartboard sehr viel Gestaltungsvielfalt bietet, ist es sinnvoll, diese auch zu nutzen und ein wenig Abwechslung in die Präsentation der Inhalte zu bringen.

Interaktion kann hier großgeschrieben werden, denn es ist ungeheuer motivierend, auch die Teilnehmenden am Smartboard aktiv werden zu lassen. Hier hilft es sehr, klare Vorgaben dazu zu machen, damit es nicht zu einer Überforderung kommt.

Wie Du siehst, gibt es sehr viele Faktoren, die darüber entscheiden, ob sich die Anschaffung eines interaktiven Whiteboards bzw. Displays lohnt. Letztlich entscheiden die individuellen Rahmenbedingungen und auch die eigene Bereitschaft, sich auf neue Systeme einzulassen.

In diesem Sinne viel Spaß beim Ausprobieren!

Euer Andreas


Quellen:

Titelbild: https://www.shutterstock.com/de/image-photo/female-chief-analyst-holds-meeting-presentation-1753371560
https://www.boersenblatt.net/bookbytes/archiv/953464.html
https://www.uni-goettingen.de/de/515695.html
https://unterrichten.digital/2019/06/12/interaktives-whiteboard-schule/
https://www.cornelsen.de/magazin/beitraege/interaktive-tafel-vorteile


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Über den Author
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Andreas
Hallo meine Lieben! Ich bin Andreas und seit 2020 als Reporter für Saleslife unterwegs. Als selbstständiger Tanz-Coach, YouTuber und ausgebildeter Gymnasiallehrer suche ich immer wieder neue Herausforderungen. Abseits von bekannten Wegen probiere ich ungewöhnliche Ideen aus und nutze meine Kombination von Empathie, Intiution und logischem Denken, um einen Mehrwert für meine ...
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