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Greenscreen oder nicht? Das ist hier die Frage!

Greenscreen ist heutzutage ein gängiger Begriff und die meisten von uns wissen, was man darunter versteht:

Auch wenn sich diese Technik, die es als Bluescreen bereits seit den 1930er Jahren gibt, deutlich weiterentwickelt hat, bleibt das grundlegende Prinzip dasselbe: Man positioniert Menschen/Gegenstände vor eine einfarbige Fläche und ersetzt den Hintergrund in der Nachbearbeitung digital durch andere Bilder.

Wie funktioniert ein Greenscreen genau?

Greenscreens oder Bluescreens sind genau das: Flächen in reinem grün oder reinem blau.
Mit dem sogenannten Chroma Keying können dann in der Nachbearbeitung alle Pixel mit einer entsprechenden Farbe (hier: blau oder grün) automatisch ausgewählt werden und durch beliebige andere Inhalte ersetzt werden.
Doch woher kommt die Farbwahl? Sind Redscreens oder Yellows­creens auch denkbar?
Theoretisch ja – wenn im Bild Menschen zu sehen sind, werden sie jedoch schnell unbrauchbar. Das hat mit unserer menschlichen Hautfarbe zu tun. Sowohl blau als auch grün kommen in der menschlichen Haut so gut wie nicht vor. Dadurch kann verhindert werden, dass bei der Auswahl der farbigen Pixel Bereiche der Haut mit aufgenommen werden und durch das Hintergrundbild ersetzt werden. Bei Videoaufnahmen eignet sich ein grüner Hintergrund im Vergleich zum blauen mehr, da moderne Kameras jeden Pixel aus einem roten, einem blauen sowie zwei grünen Pixeln zusammensetzen – grün ist somit technisch einfacher zu erkennen.

Besonderheiten bei der Benutzung eines Greenscreens

Beleuchtung:
Greenscreens funktionieren dann am besten, wenn sie ebenmäßig ausgeleuchtet werden, sodass keine Schatten oder Spiegelungen sichtbar sind. Diese erschweren sonst das Chroma Keying und es kann zu unschönen, technischen Problemen im Bild kommen wie z.B. unsaubere Ränder, Flackern etc.
Für eine gute Ausleuchtung verwendet man sinnvollerweise zwei identische Lichtquellen, die von links und rechts den Greenscreen beleuchten. Achten Sie dabei darauf, Softboxen zu verwenden, damit das Licht keine harten Schatten wirft. Passen Sie zusätzlich die Farbtemperatur an das bereits vorhandene Umgebungslicht an.

Positionierung:
Besonders wichtig für eine gute Beleuchtung ist es, das Subjekt im Vordergrund möglichst von der Hintergrundbeleuchtung zu trennen, da sonst Schatten auf den Greenscreen geworfen werden. Somit sollten Sie für ausreichend Abstand sorgen und den Vordergrund separat beleuchten.

Kleidung und Gegenstände:
Wenn automatisch alle grünen Elemente freigestellt werden, was passiert dann z.B. mit Ihrem grünen Oberteil? Auch dieses würde durch den Hintergrund ersetzt werden und Sie wären zum Teil „unsichtbar“. Was für manch einen Hollywood-Film vielleicht ein gewünschtes Bild ist, ist natürlich an dieser Stelle unbrauchbar.
Prüfen Sie vor jeder Aufnahme und jedem Stream daher, dass im Vordergrund keine grünen Farben benutzt werden.

Falten im Screen?

Viele Greenscreens sind faltbar. Das hat den Vorteil, sie platzsparend lagern zu können. Gleichzeitig können dadurch bei der Nutzung Falten im Stoff vorkommen, die wiederum Schatten werfen – und damit das Chroma Keying erschweren.
Prüfen Sie also jedes Mal, ob der Greenscreen faltenfrei ist.

Vor- und Nachteile von Greenscreens

Es gibt viele Gründe dafür, einen Greenscreen zu verwenden:

- Kein ansprechender Ort zur Hand
- Die Möglichkeit, unabhängig vom Aufnahmeort ein konsistentes Hintergrundsetting zu nutzen
- Flexible Gestaltung der Hintergrundumgebung
- Freistellung der Person vom Hintergrund – insbesondere für Bild-in-Bild-Streaming
- Nachträgliche Anpassung des Hintergrundes bei Aufnahmen

Gleichzeitig gibt es auch einige Gründe dagegen, einen Greenscreen zu nutzen:

- Bei einer unsachgemäßen Nutzung kann die Freistellung misslingen und zu unbrauchbaren Ergebnissen führen – Greenscreen „on-the-fly“ ist daher unpraktikabel.
- Faktoren wie die richtige Farbwahl der Kleidung und aller im Bild vorkommenden Gegenstände kosten Zeit und können in bestimmten Fällen eine Greenscreen-Nutzung sogar unmöglich machen
- Auch wenn Ästhetik subjektiv ist – eine gut hergerichtete, echte Hintergrundkulisse erzeugt ein qualitativ hochwertiges Ambiente, mit dem ein Greenscreen in der Regel nicht mithalten kann

Die wichtigste Frage zu klären bleibt für Sie somit:
In welchem Anwendungsbereich überlegen Sie, einen Greenscreen zu nutzen?

Möchten Sie live ein Webinar streamen oder vielleicht eine Tutorial-Reihe aufnehmen? Sind Sie viel unterwegs oder haben Sie einen festen Aufnahme-Ort?

Empfehlungen im Hinblick auf das Video-Format:

Streaming und Webinare:
Meistens sind diese Inhalte sehr kurzweilig und nicht nachträglich einzusehen. Daher spielt die Bild-Qualität – im Gegensatz zum Audio - nicht unbedingt eine besondere Rolle. Faktoren wie ein konsistenter Hintergrund, die Unabhängigkeit vom Ort und insbesondere die Möglichkeit, Veränderungen spontan vornehmen zu können, machen einen Greenscreen hier zu einem sehr nützlichen Hilfsmittel.
Für das Bild-In-Bild-Streaming ist ein Greenscreen auch tatsächlich unabdingbar.

Video-Tutorials, gespeicherte Aufnahmen und Co:
Da diese Inhalte dauerhaft anzusehen sind und auch oft gegen Entgelt verkauft werden, ist eine hohe Bild-Qualität besonders wichtig. Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie hier eher auf eine professionell ausgestattete Hintergrundkulisse setzen als auf einen Greenscreen.

Fazit:

Wie immer gibt es keine universelle Antwort. Ob ein Greenscreen für Sie in Frage kommt oder nicht, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Sollten Sie sich für die Nutzung entscheiden, dann achten Sie auf jeden Fall auf die fachgerechte Ausführung.
Und denken Sie daran – es ist wie bei jedem Hilfsmittel:

Ohne einen konkreten Plan kann ein Greenscreen mehr schaden als helfen.

Ihr Andreas

 

 

Quellen:
https://www.greenscreen24.de/ratgeber/anleitung-guide-verwendung-von-greenscreen/

https://www.chip.de/news/Er-macht-jeden-Hintergrund-lebendig-Darum-ist-der-Green-screen-gruen_137222157.html
https://www.technikhiwi.de/greenscreen-test/


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Über den Author
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Andreas Nolte
Hallo meine Lieben! Ich bin Andreas, 35 Jahre alt und seit 2020 als Reporter für Saleslife unterwegs. Als selbstständiger Tanz-Coach, YouTuber und ausgebildeter Gymnasiallehrer suche ich immer wieder neue Herausforderungen. Abseits von bekannten Wegen probiere ich ungewöhnliche Ideen aus und nutze meine Kombination von Empathie, Intiution und logischem Denken, um einen ...
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