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Richtig kündigen: Hat Dein Unternehmen eine Trennungskultur?

In Deutschland gibt es keine richtige Trennungskultur. Wenn Arbeitsplätze abgebaut werden, geschieht dies meist aufgrund der Entscheidungen des Unternehmens und selten wegen der Arbeitsleistung der einzelnen Person. Daraufhin folgen keine soliden Argumente gegenüber den gekündigten Personen – und dies hat eine negative Auswirkung auf die Stimmung und das Firmenimage. Fakt ist also: Die Motivation und die Leistung der verbleibenden Mitarbeiter sinkt…

Trennungskultur: Kündigungsgespräch

Fehlende Begründungen können aber auch in der Beziehung zwischen den Betroffenen und den Vorgesetzten entstehen. Wer als Führungskraft gute Beurteilungen ausgesprochen hat, wird im Fall der Kündigung Probleme damit haben, diese zu rechtfertigen oder glaubwürdig über mangelhafte Leistung zu sprechen. Generell sind Kündigungsgespräche und der Abbau von Personal Tabuthemen. Dabei verschlimmert es die Tatsache in der Realität. Es gibt Leitfäden für Mitarbeiter, die neu in dem Unternehmen einsteigen oder dafür, wie Konfliktgespräche professionell geführt werden. Hingegen zu Gesprächen zum Personalabbau in Krisenzeiten ist dies nicht der Fall.

Selbstverständlich haben Kündigungen einen abschließenden Prozess. Kommunikation ist allerdings darauf ausgelegt, dass eine Beziehung bestehend bleibt. Genau diese Kombination funktioniert in diesem Fall nicht.

Trennungsfehler sollten unbedingt vermieden

 

  1. Überhastete Vorgehensweise in völlig unrealistischen Zeiträumen ohne vorherige Planung.
  2. Mangelnde Berücksichtigung der arbeitsrechtlichen Gesetze, vor allem der Beteiligungsrechte des Betriebsrates, tarifvertragliche Schranken oder dem Sonderkündigungsschutz älterer oder behinderter Menschen
  3. Fehlende Vorbereitung der kündigenden Führungskräfte und Personalverantwortlichen sowie Missachtung von deren Rollen, als Führungskraft das Gespräch zu suchen und konkret zu sprechen.
  4. Unzureichender Kommunikationsleitfaden (Gerüchte werden innerhalb des Unternehmens verbreitet und sorgen für negative Stimmung).
  5. Unklare Übermittlung der Trennungsbotschaft und Trennungskonditionen im Kündigungsgespräch.
  6. Fehlende Wertschätzung und Dank an die Gehenden mit demotivierenden Auswirkungen auf die Mitarbeiter innerhalb des Teams
  7. Fehlende Beachtung der Ängste und Bedürfnisse der Mitarbeiter innerhalb des Teams, denn nach der Kündigung der anderen kann die eigene Motivation und das Vertrauen leiden.

 

Trennungskultur: So funktioniert es richtig

Der Begründer der Krisenpädagogik, Bijan Amini, definiert eine Krise als „Aufbruch und Durchbruch“. Deshalb ist es ratsam, Mitarbeiter nicht einfach kalt zu feuern, sondern sich fair und unter Beachtung von Arbeitsrecht und Menschenwürde respektvoll zu trennen. Dafür ist es notwendig, dass Personalabbau und Kündigungen in der Geschäftsleitung voll und ganz akzeptiert werden und diese Maßnahme als „Wiedergutmachend“ behandelt wird. Eine gute Vorbereitung ist demnach sehr wichtig für den Gesprächsverlauf. Demnach ist es wichtig, dass eine Führungskraft das Gespräch persönlich führt.

In der Regel gliedert sich der Trennungsprozess in vier Phasen:

Die Outplacement-Phase

Hier werden unternehmerische Entscheidungen getroffen und die Vorbereitung der Trennungsgespräche findet statt. Darüber hinaus findet in dieser Phase die Mitarbeiter-Auswahl statt, das heißt hier wird entschieden, ob es zu einer Trennung kommt oder zu einer Förderung des Mitarbeiters kommt.

Die Trennungs-Phase

In dieser Phase gibt es die klare Botschaft der Kündigung sowie Mitarbeitergespräche über Bindung und Teambildung mit den Verbleibenden.

Die Newplacement-Phase

In der Phase beginnt das Karriere-Coaching für die Gehenden und die Neuorganisation und das Teambildung der verbleibenden Mitarbeiter

Die Evaluations-Phase

In der letzten Phase gibt es die kritische Würdigung des Personalabbaus und die Ableitung von Erkenntnissen zur Trennungskultur. Es ist bewiesen: Nur wenn Trennungen human und gerecht ablaufen, sind sie im betriebswirtschaftlichen Sinne ökonomisch. Kein Unternehmen sollte es sich in der aktuellen Situation herausnehmen, durch Ignoranz und unprofessionellem Verhalten Mitarbeiter zu vergraulen.

Bitte vergiss auch nicht die verbleibende Belegschaft. Denn die Mitarbeiter spielen eine große Rolle in Unternehmen, weil diese die Unternehmenskultur und das Image prägen. Demnach ist es wichtig die neue Belegschaft gezielt anzusprechen und ehrlich zu kommunizieren.

 

Quelle: https://karrierebibel.de/richtig-kuendigen-trennungskultur/

Bildquelle: https://www.shutterstock.com/de


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Über den Author
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Derya
Hallo, ich bin Derya und studiere "Crossmedia Communication & Management" in Bielefeld. Neben meiner Leidenschaft für das Lesen, begeistere ich mich für das Verfassen von kreativen Texten. ...
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